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Raus aus Google Fotos und iCloud: Deine Bilder in die eigene Cloud umziehen

Stand: Juli 2026 Lesezeit: ca. 9 Min. von Michael Raab

Deine Fotos bekommst du vollständig zurück — bei Google über den Export-Dienst „Takeout", bei Apple über privacy.apple.com oder die Fotos-App. Danach können die Bilder in einer eigenen Cloud liegen, etwa einer Nextcloud, mit Zeitleiste und automatischem Handy-Upload wie gewohnt. Einen Haken gibt es: Vor allem Google lagert Aufnahmedatum und Ort bei vielen Bildern in separate Dateien aus — wer das ignoriert, hat nachher ein Fotoarchiv ohne Zeitachse.

Zehn, fünfzehn Jahre Familienfotos beim selben Konzern — das ist für viele der letzte und schwerste Schritt beim Abschied von Big Tech. Verständlich: Es sind die wertvollsten Daten, die man hat. Dieser Artikel zeigt den Umzug für beide Welten, Google und Apple, so dass unterwegs nichts verloren geht.

Vorher klären: Was liegt da eigentlich?

Wirf zuerst einen Blick auf die Größe deiner Sammlung — bei Google unter Konto → Speicher, bei Apple unter Einstellungen → iCloud. Daraus ergibt sich, wohin die Reise gehen kann: Bis etwa 100 GB reicht das kleinste Paket der meisten Nextcloud-Anbieter, größere Sammlungen sprechen für eine größere Festplatte oder den eigenen kleinen Server zu Hause.

Prüf außerdem, ob Google deine Bilder einst als „Speicherplatz sparen"-Qualität hochgeladen hat — dann liegen dort nur komprimierte Versionen, und die Originale existieren womöglich nur noch auf alten Geräten oder Sicherungen. Beim Export bekommst du in dem Fall die komprimierte Fassung; mehr hat Google schlicht nicht.

Weg 1: Raus aus Google Fotos — per Takeout

  1. Öffne takeout.google.com und melde dich mit deinem Google-Konto an.
  2. Wähl zuerst „Auswahl aufheben" und setz dann nur den Haken bei Google Fotos — sonst exportierst du dein halbes Google-Konto mit.
  3. Als Dateityp .zip wählen und die Archivgröße auf 50 GB stellen — das reduziert die Zahl der Teil-Archive.
  4. Export anstoßen. Je nach Sammlung dauert das Stunden bis Tage; Google schickt dir eine Mail, sobald die Archive bereitstehen. Lad sie zeitnah herunter — die Links verfallen nach einer Woche.
  5. Alle Archive entpacken. Du findest deine Fotos nach Jahren sortiert, Alben als eigene Ordner.
Der Takeout-Haken — Aufnahmedatum in Beipack-Dateien: Neben vielen Bildern liegt im Export eine kleine .json-Datei. Darin steckt, was Google nicht ins Bild selbst geschrieben hat: nachträglich korrigierte Aufnahmedaten, Ortsangaben, Beschreibungen. Betroffen sind vor allem Bilder ohne eigene Metadaten — etwa alles, was je aus WhatsApp gespeichert wurde. Wer die JSON-Dateien einfach löscht, dem rutschen diese Fotos in der neuen Zeitleiste auf das Umzugsdatum. Mit Werkzeugen wie ExifTool lassen sich die Angaben zurück in die Bilder schreiben — der fummeligste Teil des Umzugs. Wenn du magst, bekommst du dafür von mir den erprobten Ablauf und kannst dich bei Rückfragen melden; ausgeführt wird er auf deinem Rechner, deine Bilder bleiben bei dir.

Weg 2: Raus aus iCloud-Fotos — drei Möglichkeiten

Apple macht es beim Export etwas geordneter als Google: Aufnahmedatum und Ort stecken in aller Regel im Bild selbst. Du hast drei Wege:

  1. privacy.apple.com: Unter „Kopie deiner Daten anfordern" wählst du „iCloud-Fotos" aus. Apple packt alles in Archive (Größe wählbar bis 25 GB pro Teil) und meldet sich per Mail — das kann bis zu sieben Tage dauern. Der richtige Weg für den vollständigen Auszug, ganz ohne Apple-Gerät.
  2. Am Mac: Zuerst in den Fotos-Einstellungen „Originale auf diesen Mac laden" aktivieren und warten, bis die Bilder wirklich geladen sind — sonst exportierst du nur Platzhalter. Danach in der Fotos-App alles markieren und über Ablage → Exportieren → Unbearbeitetes Original exportieren auf eine Festplatte schreiben.
  3. Am Windows-PC: „iCloud für Windows" installieren und die Mediathek herunterladen lassen.

Zwei Dinge sollten iPhone-Nutzer wissen: Neuere Aufnahmen liegen im Format HEIC vor — eine eigene Nextcloud zeigt das problemlos an, manch älteres Windows-Programm nicht. Und wer Bilder in der Fotos-App bearbeitet hat, bekommt je nach Weg das Original oder die bearbeitete Fassung — beim Datenexport über privacy.apple.com sind beide enthalten.

Das neue Zuhause: die eigene Cloud

Eine Nextcloud ist im Kern eine eigene Festplatte im Netz — gehostet bei einem deutschen Anbieter (ab etwa 5–15 € im Monat, je nach Speicher) oder auf einem kleinen Server bei dir zu Hause. Für Fotos gibt es dort die App Memories: eine Zeitleiste mit Karten- und Alben-Ansicht, die sich bedient wie Google Fotos oder die Apple-Mediathek — nur dass niemand mitschaut und keine KI mittrainiert.

Der Umzug selbst ist dann unspektakulär: entpackte Foto-Ordner per Desktop-Programm oder WebDAV (einem Standard-Verfahren zum Dateien-Hochladen) in die Nextcloud schieben, Memories baut daraus die Zeitleiste. Und ab dann läuft es automatisch weiter — die Nextcloud-App lädt neue Handy-Fotos von selbst hoch. Sie gibt es fürs iPhone genauso wie für Android, und auf einem entgoogelten Handy mit GrapheneOS läuft sie ganz ohne Google-Dienste.

Zum Schluss: prüfen, dann erst löschen

Lösch das alte Konto nicht am Tag des Umzugs. Vergleich erst in Ruhe: Stimmt die Gesamtzahl der Bilder ungefähr? Sind die ältesten Jahrgänge da? Stichproben in wichtigen Alben? Erst wenn du einige Wochen mit der neuen Cloud gelebt hast, leerst du Google Fotos beziehungsweise iCloud und kündigst das Speicher-Abo. Die Ersparnis von 3 bis 10 € im Monat trägt nebenbei einen guten Teil der neuen Cloud.

Ein Backup bleibt Pflicht: Auch die eigene Cloud ist kein Ersatz für eine Sicherung — sie liegt an einem Ort, und ein gelöschter Ordner ist in beiden Fällen weg. Die simpelste Lösung: eine externe Festplatte an deinem Rechner, auf die der Foto-Bestand regelmäßig kopiert wird. Bei der Einweisung sage ich dir, welcher Weg zu deinem Aufbau passt und wie du ihn einrichtest — die Platte gehört dir, und die Sicherung bleibt in deiner Hand.

Lieber mit Rückendeckung umziehen?

Nextcloud-Einrichtung und automatischen Handy-Upload übernehme ich — Export, Metadaten-Reparatur und deine Sicherung machst du auf deinem Rechner, nach meiner Anleitung und mit mir als Ansprechpartner. Deine Bilder bleiben dabei bei dir. Die Erstberatung ist kostenlos, danach gibt es einen Festpreis.

So läuft die Nextcloud-Einrichtung ab →
Michael Raab
Michael Raab Hauptberuflich IT-Referent für Cyber Security — prüft Web-Anwendungen auf Sicherheitslücken. Nebenberuflich hilft er Privatpersonen und Kleinstbetrieben zu digitaler Freiheit.