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Homepage-Baukasten oder Website erstellen lassen?

Stand: Juli 2026 Lesezeit: ca. 9 Min. von Michael Raab

Für manche ist der Baukasten die richtige Wahl. Preislich nehmen sich beide Wege über ein paar Jahre gerechnet wenig — der Unterschied liegt woanders: bei der Frage, wem die Seite gehört und was passiert, wenn du irgendwann wechseln willst.

Wix, Jimdo, Squarespace, IONOS — Homepage-Baukästen sind gut geworden. Wer behauptet, damit ließe sich nichts Anständiges bauen, hat länger keinen mehr benutzt. Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick, bevor du dich festlegst. Denn ein paar Dinge erfährt man erst, wenn man wieder raus will.

Was ein Baukasten kostet

Die Werbepreise gelten fast immer nur bei Vorauszahlung fürs ganze Jahr und im kleinsten Tarif. Für einen Geschäftsauftritt landet man in der Praxis bei den mittleren bis großen Paketen (Stand Juli 2026):

AnbieterEinstiegBusiness-Tarif
Wixab 9 € / Monat29 € / Monat
Squarespaceab 12 € / Monatab 26 € / Monat
Jimdoab 11 € / Monat26 € / Monat

Bei 29 € im Monat sind das 348 € im Jahr, nach fünf Jahren 1.740 €. Das ist Miete: Sie hört nicht auf, und sie kauft dir nichts. Hörst du auf zu zahlen, ist die Seite weg.

Meine Zahlen zum Vergleich: Eine handgebaute Seite kostet ab 890 € einmalig. Dazu brauchst du Hosting und eine Domain, je nach Anbieter etwa 5 bis 10 € im Monat, wenn du das selbst übernimmst. Nach fünf Jahren liegst du damit bei ungefähr 1.200 bis 1.500 €. Wer die laufende Pflege abgeben möchte, bucht meine Betreuung für ab 39 € im Monat — dann wird die Rechnung über fünf Jahre höher als beim Baukasten, dafür kümmert sich jemand um Updates, Sicherung und kleine Änderungen.

Unterm Strich: Pflegst du die Seite selbst, ist der handgebaute Weg über mehrere Jahre etwas günstiger. Mit Betreuung zahlst du mehr als beim Baukasten und hast dafür eine feste Ansprechperson statt eines Hilfe-Centers. Wer allein über den Preis entscheidet, bekommt also kein klares Ergebnis. Der Preis ist nicht das Argument.

Kommst du wieder raus?

Eine Wix-Seite lässt sich nicht exportieren. Das steht so in Wix' eigener Hilfe: Die Seiten funktionieren nur innerhalb des Systems und lassen sich nicht anderswo betreiben. Bei Squarespace kannst du deine Texte als Datei herausziehen, das Design bleibt zurück.

Der Grund ist bauartbedingt. Deine Seite ist dort keine Sammlung von Dateien, die man kopieren könnte, sondern ein Eintrag in der Datenbank des Anbieters, den dessen Software bei jedem Aufruf neu zusammensetzt. Es gibt nichts zum Mitnehmen.

In der Praxis heißt das: Wenn der Anbieter in drei Jahren die Preise erhöht, den Tarif umbaut oder eine Funktion streicht, die du brauchst, hast du zwei Möglichkeiten — mitziehen oder die Seite neu bauen lassen. Deine Texte und Bilder rettest du per Kopieren und Einfügen. Alles andere fängt von vorn an.

Bei einer handgebauten Seite bekommst du am Ende einen Ordner mit Dateien. Den kannst du zu jedem Anbieter der Welt hochladen, an einen anderen Dienstleister geben oder ins Regal legen. Deshalb übergebe ich zum Abschluss alles: Code, Zugänge, Domain, Dokumentation. Auch von mir sollst du unabhängig sein.

Wo Baukästen schwächeln

Ladezeit

Baukästen liefern viel mit, was deine Seite nicht braucht — Programmcode für alle Bausteine, die theoretisch verfügbar wären. Das kostet Ladezeit, besonders auf dem Handy und im ländlichen Mobilfunknetz. Google bewertet das mit; schwerer wiegt, dass Besucher abspringen, wenn nichts passiert.

Datenschutz

Viele Baukästen binden ab Werk Schriftarten, Karten, Statistik- oder Chat-Werkzeuge ein, die Daten in die USA übertragen. Bei Google Fonts wurde das schon abgemahnt. Abstellen lässt sich das meist — aber man muss wissen, dass es an ist, und die Voreinstellung arbeitet gegen dich.

Ähnlichkeit

Vorlagen werden tausendfach genutzt. Für einen Handwerksbetrieb, der sich von drei Wettbewerbern am Ort abheben will, ist das ein Problem: Die Seite wirkt sauber, aber austauschbar.

Was Baukästen gut können: Du kannst sofort loslegen, ohne auf einen Termin zu warten. Du änderst Texte und Bilder selbst, um Mitternacht, ohne jemanden zu fragen. Und das Grundgerüst ist solide — verschlüsselte Verbindung, Handy-Ansicht, Sicherung laufen mit.

Für wen der Baukasten passt

Ich rate zum Baukasten, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

  • Du testest eine Idee. Nebenerwerb, Verein im Aufbau, ein Projekt, bei dem in einem Jahr niemand weiß, ob es das noch gibt. Da wäre eine gebaute Seite Geldverschwendung.
  • Du willst ständig selbst ändern. Wenn sich bei dir wöchentlich etwas ändert und du das sofort selbst machen möchtest, ohne jemanden anzurufen, spielt der Baukasten seine Stärke aus.
  • Das Budget ist gerade nicht da. Eine Baukasten-Seite für 11 € im Monat ist besser als keine Seite. Und besser als eine, für die du dich verschuldest.
  • Du brauchst einen Shop mit vielen Artikeln. Lagerbestände, Varianten, Versandregeln, Zahlungsanbieter — das ist gebaute Ware. Dafür lohnt keine Handarbeit.

Für wen sich das Bauenlassen lohnt

  • Die Seite soll Jahre halten. Ein etablierter Betrieb, dessen Angebot sich selten ändert, zahlt einmal und hat Ruhe.
  • Du willst nicht austauschbar aussehen. Besonders dort, wo Vertrauen zählt: Handwerk, Pflege, Beratung, Praxen, Schulen.
  • Datenschutz ist dir nicht egal — weil du mit Kundendaten arbeitest oder weil du Abmahnungen aus dem Weg gehen willst.
  • Du willst wissen, was auf deiner Seite passiert. Kein Baustein, den du nicht bestellt hast, keine Verbindung, die du nicht kennst.
  • Es soll dir gehören. Am Ende hast du die Dateien, die Zugänge und die Domain — und kannst jederzeit gehen.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Fallstudie zu Birdie's: eine Bestellseite ohne Lieferplattform und ohne Provision pro Bestellung — gebaut statt gemietet, aus diesen Gründen.

Ein Zwischenweg: Du kannst mit einem Baukasten anfangen und später wechseln. Wichtig ist, dass du die Domain von Anfang an selbst besitzt und nicht über den Baukasten mitbuchst. Dann nimmst du beim Wechsel deine Adresse und deine E-Mails mit — und die Kunden, die sie kennen. Das ist der Fehler, den ich am häufigsten repariere.

Wie ich arbeite

Ich schreibe den Code selbst, unterstützt durch moderne KI-Werkzeuge, was die Sache schneller und damit günstiger macht. Kein Redaktionssystem, das monatlich Updates braucht, keine Vorlage aus dem Katalog, keine Bausteine von fremden Servern. Das Ergebnis sind Dateien, die auf jedem Hosting laufen.

Hauptberuflich prüfe ich Web-Anwendungen auf Sicherheitslücken. Diesen Blick bringe ich mit: Jede Seite geht erst online, wenn sie geprüft ist — Verschlüsselung, Formulare, Datenflüsse, Impressum und Datenschutzerklärung.

Den Festpreis nenne ich nach einer kostenlosen Erstberatung und halte ihn schriftlich fest, bevor irgendetwas gebaut wird. Und wenn dabei herauskommt, dass ein Baukasten für dich sinnvoller ist, sage ich dir das — dann hast du eine Beratung bekommen und nichts bezahlt.

Unsicher, was für dich passt?

Erzähl mir kurz, worum es geht. In der kostenlosen Erstberatung klären wir, ob sich eine gebaute Seite für dich lohnt — oder ob du mit einem Baukasten besser fährst. Beides ist ein mögliches Ergebnis.

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Michael Raab
Michael Raab Hauptberuflich IT-Referent für Cyber Security — prüft Web-Anwendungen auf Sicherheitslücken. Nebenberuflich hilft er Privatpersonen und Kleinstbetrieben zu digitaler Freiheit.